info@igs-guxhagen.de
05665 2046
d4d9f65505aad6bc80d3be612ed37599.jpg
geschrieben von  Leonie Vogt (9d)
16
Jun

Was macht Plastik mit uns und der Welt?

Dass Kunststoff sehr nützlich und vielseitig einsetzbar ist, ist kein Geheimnis. Allerdings sollte man sich einmal näher mit diesem Thema beschäftigen. Dieser Thematik hat sich der WPU Kurs Soziales Handeln in der Jahrgangsstufe 9 angenommen und hierzu eine Plakatausstellung erstellt.

Die Frage, die sich sicherlich viele Menschen stellen, ist: „Ist Plastik eigentlich ein Fluch oder ein Segen?“ Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Das Material bringt sicherlich einige Vorteile aber auch bedenkenswerte Nachteile mit sich. Auf den Philippinen ist beispielsweise ein junger Cuvier-Schnabelwal tot gestrandet. Grund dafür waren unfassbare 40 Kilogramm Plastikmüll, den der Wal im Laufe seines Lebens verschluckt haben muss. Über diesen Vorfall berichtete die Bild-Zeitung am 18.03.2019. Dies ist ein Grund mehr sich mit dem Thema „Plastik“ genauer auseinanderzusetzen, denn wird deutlich wie groß das Plastikproblem in dieser Welt wirklich ist.

In diesem Bericht werde ich versuchen über Kunststoff generell aufzuklären, aber auch zu erklären, was Plastik mit uns und der Welt beziehungsweise den Weltmeeren macht. Bei der Geschichte angefangen, kann man erkennen, dass schon Ötzi einen Beitrag zur Entwicklung von Kunststoff geleistet hat. Er klebte seine Pfeilspitzen mit Birkenpech zusammen, dieses galt vor 5000 Jahren als eine Art Allzweckkleber. Doch der wirkliche Durchbruch des Plastiks erfolgte erst am 13. Juli 1907, als Chemiker Leo Hendrik Baekeland ein Patent einreichte, in dem er den ersten vollständig synthetisch hergestellten Kunststoff beschreibt: das Bakelit. Bekannte Plastikarten sind beispielsweise Polyethylen (PE, Verwendung für unzerbrechliche Gefäße), Polyvinylchlorid (PVC, Verwendung für Dichtungen, Rohre oder Schläuche) und Polypropylen (PP, Verwendung hauptsächlich für Verpackungen).

Plastik hat einige Vorteile wie die Hitzebeständigkeit, die Wiederverwendbarkeit und das große Einsatzfeld des Materials. Dass Kunststoff allerdings auch einige nicht unwichtige Nachteile hat, sollte nicht in Vergessenheit geraten. Kunststoff enthält beispielsweise gesundheitsgefährdende Stoffe. Das Material ist brennbar und die Herstellung beansprucht eine Menge Erdöl, welches ohnehin schon ein Rohstoff ist, der nicht unbegrenzt verfügbar ist. Bedenkenwert ist außerdem, dass seit 1950 ganze 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff hergestellt wurden. Das entspricht ungefähr dem Gewicht von 822.000 Eiffeltürmen. Der Abbau von Plastik beansprucht 450 Jahre, was extrem viel ist. Plastik kann auch massive Auswirkungen auf uns Menschen haben. Ein Baustoff des Kunststoffes ist BPA. Dies kann gesundheitliche Schäden hervorrufen und sich außerdem wie ein Hormon auf unseren Körper auswirken. Der Stoff kann sich beispielsweise negativ auf die Entwicklung des Gehirnes auswirken, Herz-Kreislauferkrankungen hervorrufen oder im schlimmsten Fall sogar Krebs verursachen.

Mit dem Thema „Auswirkungen von Plastik auf Meereslebewesen“ werde ich mich nun genauer beschäftigen. Zuerst einmal sollte man sich vor Augen halten, dass ganze 14.000 Tierarten in unseren Weltmeeren nur aufgrund von Plastik bedroht sind. Jährlich sterben unzählige Tiere durch den Kunststoff, so beispielsweise 1.000.000 Seevögel und über 100.000 Meereslebewesen. Mittlerweile befinden sich schon über 150.000.000 Tonnen Plastik in den Meeren. Aufgrund dessen verfangen sich Tausende Tiere wie Schildkröten oder auch Delfine in alten Fischernetzen, ziehen sich schwere Verletzungen zu oder ertrinken und sterben somit. Viele Tiere verhungern auch aufgrund von Plastik in ihren Mägen. Sie halten das Plastik für Nahrung und nehmen es somit auf. Gößere Tiere wie Haie fressen andere Tiere und nehmen somit automatisch das Plastik mit auf. Im Pazifik wurden einige Tierarten untersucht und es wurde heraus gefunden, dass etwa jeder dritte Krebs Plastik in seinem Magen aufwies.

So auch der Vorfall mit dem jungen Cuvier-Schnabelwal, welcher an der Philippinischen Küste tot gestrandet ist. Der Wal ist aufgrund der 40 Kilogramm Plastik in seinem Magen verhungert. Sein Körper konnte den Müll nicht verdauen und so war sein Magen immer gefüllt. Deswegen konnte der Wal keine neue Nahrung aufnehmen und verhungerte aufgrund dessen.

Dass sich so viel Plastik in den Meeren befindet, daran sind wir Menschen schuld. Wir benutzen verschiedenste Kosmetikprodukte wie beispielsweise Peelings für unsere Haut. Die Peelingkörner bestehen hierbei meistens aus kleinen Plastikteilchen, welche dann durch das Abwasser im Meereswasser landen und in die Kläranlagen weitergeleitet werden. In den Kläranlagen bleibt das Mikroplastik meistens im Klärschlamm hängen und wird dann als Dünger auf die Felder gestreut. Das Mikroplastik ist somit wieder auf unser Nahrung zurückzuführen. Im Meer fressen die Fische die Plastikteilchen und so landen siewieder in unserer Nahrung. Plastik gelangt aber auch durch Fischereien, Schiffe, Bäche/Flüsse oder Touristen an Stränden in das Meer.

Nun sollte sich jeder mal an die eigene Nase packen und sich zukünftig besser überlegen, wo man Müll richtig entsorgt, anstatt ihn irgendwo hinzuschmeißen. Denn der Müll, welcher an beispielsweise Stränden liegt, wird am Ende im Meer landen. Es ist unsere Welt, die wir hier aufgrund des Plastiks vernichten. Jeder von uns muss mehr Wert auf die Müllvermeidung legen. Es gibt viele Möglichkeiten, Plastik zu umgehen. Man kann beispielsweise Tüten mehrfach verwenden und keine Plastiktüten mehr kaufen! Man sollte keine Kaffeekapseln verwenden,da diese unnötig Müll produzieren und auf Einwegflaschen verzichten und lieber Glas- oder Mehrwegflaschen verwenden. Eine gute Möglichkeit, Plastik wieder zu verwenden, ist das Upcycling. Hier geht es darum, aus alten Gegenständen wieder etwas neues zu machen. Man kann zum Beispiel aus alten Plastikflaschen nützliche Behälter für Stifte oder Ähnliches basteln. Das Internet ist voll mit guten Ideen, was das Upcycling betrifft.

Ich hoffe, dass ich Sie mit meinem Bericht zum Nachdenken anregen konnte und Sie für sich Möglichkeiten entdecken, im Alltag Plastik einzusparen.